Markus Oberauer - Allg. beeideter und gesetzlich zertifizierter Sachverständiger für Heizanlagen
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gerichtlich zertifizierter Sachverständiger

Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie

Gewährleistung ist ein Recht, ein gesetzlicher Anspruch, der klar geregelt ist. Geregelt sind die Gewährleistungsansprüche hauptsächlich im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) und im Konsumentenschutzgesetz (KSchG).

Wichtig: Das Unternehmen kann Ihre Gewährleistungsansprüche weder ausschließen noch wesentlich einschränken. Wenn das im Kleingedruckten versucht wird, wäre das schlicht unwirksam.

Die Garantie stellt eine freiwillige Zusage - meist des Herstellers - dar. Für Garantieleistungen gibt es keine Vorschriften, sie können frei gestaltet werden. Dadurch ist es möglich, dass sie deutlich weniger umfassen als das Gewährleistungsrecht.

Was bedeutet Gewährleistung? Sie haben ein Produkt gekauft und nach einiger Zeit stellt sich heraus dass es mangelhaft ist und Sie haben den Mangel nicht verursacht. Bei Gewährleistung haben Sie den Anspruch, dass der Händler die Sache in Ordnung bringt. Der Händler (Unternehmer) hat bei der Gewährleistung vier Möglichkeiten

 

Reparatur, Austausch, Preisminderung, Wandlung

  • den Mangel beheben (z.B. Reparatur)
  • die mangelhafte Sache austauschen (gleiches, neues Produkt)
  • eine Preisminderung gewähren
  • die Sache gegen Rückzahlung des Kaufpreises zurücknehmen (Wandlung)

 

Ob Ihr Vertragspartner (Händler, Unternehmer) den Mangel verschuldet hat oder nicht, ist unwesentlich.

Sie können vom Händler zunächst entweder die Reparatur oder den Austausch der mangelhaften Sache verlangen (Wahlrecht durch Konsument). Das Unternehmen hat also eine "zweite Chance" um den vertragsgemäßen Zustand herzustellen. Die Aufhebung des Vertrages (Wandlung = Ware retour - Geld retour) oder eine Preisminderung (Wahlrecht durch Konsument, außer bei geringfügigem Mangel) können Sie fordern wenn

 

  • die Verbesserung und der Austausch unmöglich oder für den Händler mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden wären,
  • der Händler die Verbesserung oder den Austausch in angemessener Frist nicht durchführt oder die Verbesserung fehlschlägt,
  • der Händler die Verbesserung oder den Austausch verweigert,
  • die Verbesserung oder der Austausch für den Käufer mit erheblichen Unannehmlichkeiten verbunden wären,
  • dem Käufer die Verbesserung oder der Austausch aus triftigen, in der Person des Händlers liegenden Gründen unzumutbar ist.

 

Umkehr der Beweislast

Die Gewährleistung betrifft nur Mängel, die zum Zeitpunkt der Übergabe der Ware bereits vorhanden waren. Oft sind Mängel, die sich bald nach Übergabe zeigen, auf einen Fehler zurückzuführen, den die Sache bereits bei Übergabe hatte. Deshalb gibt es die gesetzliche Vermutung (Beweiserleichterung), dass ein Mangel schon bei der Übergabe vorhanden war, wenn er innerhalb von 6 Monaten nach der Übergabe hervorkommt. Das Unternehmen muss nun beweisen, dass der Mangel bei Übergabe noch nicht vorhanden war.

Ausnahme: diese gesetzliche Vermutung tritt nicht ein, wenn sie mit der Art der Sache (z.B. verderbliche Waren) oder mit der Art des Mangels (z.B. typische Abnützungserscheinungen) unvereinbar ist. Nach der 6-Monatsfrist müssen Sie als Käufer beweisen, dass der Mangel schon beim Kauf vorhanden war.

 

Gewährleistungsfrist - wie lange?

Die Gewährleistungsfrist muss zur Geltendmachung der Ansprüche beachtet werden. Diese Frist beginnt ausnahmslos mit Übergabe der Ware.

  • zwei Jahre: bei beweglichen Sachen
  • mindestens ein Jahr: bei beweglichen gebrauchten Sachen: (wenn ausgehandelt)
  • drei Jahre ab Übergabe bei unbeweglichen Sachen
  • bei Abzahlungsgeschäften: bis zur Fälligkeit der letzten Teilzahlung.

Unbewegliche Sachen sind Grundstücke und damit fest verbundene Sachen wie Häuser, die eingebaute Zentralheizung oder die Fliesen an der Wand. Alles andere, was ohne Beschädigung wieder getrennt werden kann, gilt als beweglich.

Trifft den Unternehmer an der Mangelhaftigkeit der Ware oder seines Werkes ein Verschulden, dann können Sie ihn auch, über die Gewährleistungsfrist hinaus, auf Schadenersatz klagen.

 

Verlängerung der Gewährleistung

Hat ein Unternehmer eine Sache zur Verbesserung übernommen, so beginnt die Gewährleistungsfrist – aber nur für den gerügten Mangel – mit der neuerlichen Übergabe von neuem zu laufen. Die Gewährleistung verlängert sich. Mit der Reparatur beginnt die Gewährleistung neu.

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